AG Pflegeforschung Rhein-Nackar

Das Jahr 2005 war von einigen organisatorischen Veränderungen in der AG Pflegeforschung geprägt.

Im 4. Jahr des Bestehens haben wir versucht einige neue Wege zu beschreiten, um die AG für Teilnehmende aus der Praxis noch attraktiver zu machen, und um tatkräftige Mitstreiterinnen und Mitstreiter zu gewinnen.

Mitgliederstärke und Häufigkeit der AG Treffen:

2005 fanden 10 Treffen statt. Durchschnittlich nahmen 8,6 Personen an den Treffen

teil (Minimum 5, Maximum 15), davon waren im Mittel 5,6 Teilnehmende DBfK- Mitglieder, 3,4 Teilnehmende waren Nichtmitglieder. Die AG-Sitzungen wurden von insgesamt 34 verschiedenen Personen besucht (14 Mitglieder; 20 Nichtmitglieder). Als fester Kern (hier definiert als diejenige, die regelmäßige anwesend sind und sich entschuldigen) zählen insgesamt 14 Personen (9 Mitglieder und 5 Nichtmitglieder). Neben den regelmäßigen monatlichen Treffen hat sich im ersten Halbjahr eine kleine Gruppe von Teilnehmenden außerhalb der AG-Sitzungen mehrmals getroffen und sich intensiv mit dem Einsatz von PC30V als Hautpflegemittel zur Dekubitusprophylaxe beschäftigt.

Die Arbeitsschwerpunkte haben sich im Jahr 2005 folgendermaßen dargestellt:

Anfang des Jahres standen Fachvorträge im Mittelpunkt der AG Sitzungen, die zu anregenden Diskussionen geführt haben. Im ersten Fachvortrag berichtete Frau Nicole Wullers von ihrer Diplomarbeit zu „Belastungen und Erholungsverhalten bei pflegenden Angehörigen Schädel-Hirn-Verletzter“.

Die drei folgenden Sitzungen standen unter der großen Überschrift Expertenstandards.

Zur Einführung ins Thema stellte Frau Dr. Müller Hintergrund, Entwicklung und Erprobung der Nationalen Expertenstandards vor. In den folgenden Sitzungen konnte dann die praktische Umsetzung der Standards vorgestellt werden: Frau Kettenhofen berichtete über die Implementierung der Expertenstandards Dekubitusprophylaxe und Schmerzmanagement am Klinikum Ludwigshafen.

Eine Gruppe von insgesamt 6 Teilnehmenden hat von Januar bis April 2005 in ca. 4 weiteren Terminen überlegt, wie man die Wirksamkeit von PC30V als spezielles Hautpflegemittel zur Dekubitusprophylaxe überprüfen könnte. Auslöser war die Auseinandersetzung einer Pflegeexpertin mit dem Apotheker der Klinik über die Wirksamkeit des Mittels und dessen Aufnahme in die Hausliste der Klinikapotheke. Eine ausführliche Literaturrecherche zur Wirksamkeit von PC30V und anderen Hautpflegemittel zur Dekubitusprophylaxe wurde durchgeführt. Überlegungen zur Durchführung einer Studie (z.B. Studiendesign, Stichprobe, mögliche Einschluss- und Ausschlusskriterien) wurden erläutert. Die Durchführung einer eigenen Studie wurde aufgrund fehlender personeller und finanzieller Ressourcen allerdings nicht in Erwägung gezogen.

Die intensive Auseinandersetzung mit dem Thema hat eine Liste von positiven Statements zum Einsatz von PC30V hervorgebracht, die der ‚Negativliste’ des Apothekers gegenüber gestellt werden konnte. PC30V wurde durch die Diskussion zwar nicht als Mittel in die Hausapotheke aufgenommen, die Bestellung wird aber ohne zusätzliche Gebühr von der Apotheke vorgenommen. Pflegende haben hier Gehör gefunden. In einer sachorientierten Auseinandersetzung konnten die Kriterien der Pflegenden den Argumenten des Apothekers auf gleicher Höhe gegenüber gestellt und so letztlich eine Lösung erzielt werden.

Der Praxis-Theorie-Bezug ist der AG nach wie vor ein großes Anliegen. Für eigene Forschungsaktivitäten ist es notwendig, Mitglieder für die AG zu gewinnen, die für einen überschaubaren Zeitraum Interesse haben, an einem Forschungsprojekt mitzuarbeiten.

Die bisherige Struktur der AG mit wechselndem Fachvortrag und anschließender Diskussion hat für diese Aktivitäten bislang keinen Raum gelassen.

Um eine Struktur der Sitzungen und der Arbeit der AG zu finden, die einerseits Forschungsaktivitäten zulässt und andererseits für neue AG-Interessenten attraktiv ist, hat sich die AG intensiv mit der künftigen Gestaltung der monatlichen Sitzungen auseinandergesetzt. Weiterhin war es ein Ziel durch die zeitliche Begrenzung auf ein Thema und eine klare Aufgabenverteilung Verbindlichkeit und Kontinuität innerhalb

der Gruppe für einen längeren Zeitraum zu erreichen. Es wurde ein Rahmen gesteckt, der es erlauben soll innerhalb von 3 bis 4 Sitzungen ein Thema nach Wahl zu bearbeiten. Insbesondere sollen nach dieser Zeit Schlussfolgerungen und Empfehlungen zum Thema erarbeitet werden. Diese können individueller oder berufspolitischer Natur sein, oder Hinweise auf mögliche Forschungsfragen und Forschungsdesigns

darlegen.

„Post-operativer Kostaufbau bei viszeralchirurgischen Eingriffen“ war das erste von den Teilnehmenden gewählte Thema. Insbesondere die Veränderungen im stationären Ablauf aufgrund von Fast-Track-Eingriffen hat die Entscheidung für das Thema herbeigeführt. In der zweiten Jahreshälfte hat die AG zu dem Thema eine Literatursichtung durchgeführt. Die Herausforderungen einer Recherche und der Zeitaufwand für die Literaturbeschaffung wurden dabei allen Teilnehmenden deutlich. Pflegerische Literatur konnte so gut wie nicht gefunden werden. Es dominiert die medizinorientierte Forschung, die pflegerische Aspekte außer Acht lässt. Eine medizinische Untersuchung/Studie wurde exemplarisch herangezogen und nach EbN-Kriterien bewertet.

Dabei wurden insbesondere die methodischen Mängel der Studie offen gelegt, aber auch Potenziale für pflegerische Fragestellungen herausgearbeitet.

Anfang 2006 wird versucht eine für die Pflege relevante Forschungsfrage zum Thema „post-operativer Kostaufbau bei viszeralchirurgischen Patienten“ zu formulieren, um evtl. ein kleines Forschungsprojekt zu initiieren.

Infos zur AG:

Über die laufenden Aktivitäten berichtet die AG auf einer eigenen Homepage, mit Link zum DBfK. Hier sind die aktuellen Veranstaltungen und Themen einsehbar sowie Informationen und Downloads zu den vorgestellten Projekten abrufbar. In einem internen Bereich (Passwort geschützt) befinden sich für die Mitglieder der AG die Protokolle der Sitzungen.

Die Seite wird laut Zugriffsstatistik etwa 120-mal im Monat aufgerufen und ist bei der Suchmaschine „Google“ auf den vordersten 10 Plätzen bei der Suche nach dem Stichwort „Pflegeforschung“.

Ein eigener Bereich der Homepage fordert Pflegende auf, uns aus ihrer Sicht praxisrelevante Fragestellungen oder Überlegungen zukommen zu lassen. Hierdurch soll verdeutlicht werden, dass Pflegeforschung eng mit der pflegerischen Praxis in Verbindung steht. Die Sammlung an Themen kann Grundlage für weitere Schwerpunktprojekte der AG darstellen.

Geplante Schwerpunkte für 2006

Nach Abschluss des ersten ‚Projektthemas’ wird die veränderte Vorgehensweise reflektiert und ein neues Thema gewählt.

In den vergangenen Jahren hat sich die AG mit einigen Themen intensiv auseinandergesetzt und kleinere Projekte durchgeführt. Ziel jeglicher Forschung ist es auch Ergebnisse und Erkenntnisse zu dokumentieren und für die Allgemeinheit zugänglich zu machen und diese zu verbreiten. Dieser Teil der Forschung ist ebenfalls eine sehr zeit- und ressourcenintensive Arbeit!
Im Jahr 2006 möchten wir zumindest versuchen das ein oder andere Ergebnis zu publizieren.

Cornelia Mahler

siehe auch http://www.pflege-forschung.de

Die aktuellen Termine der jeweiligen Treffen