Pflegeforschung, Qualitätsmanagement
BAG Pflegeforschung, Qualitätsmanagement
Die BAG-Mitglieder decken beruflich ein breites Spektrum unterschiedlichster Aufgabenfelder ab. Sie sind in nahezu allen Sektoren des Gesundheitswesens tätig und arbeiten sowohl in der klinischen Pflegeforschung, als auch in Stabs- und Führungsstellen, in Pflegeleitungspositionen sowie im Qualitätsmanagement. Beschäftigt sind die BAG-Mitglieder bei Einrichtungsträgern der ambulanten Pflege, in stationären Pflegeeinrichtungen der Langzeitversorgung, in Krankenhäusern und Universitätsklinika, an Hochschulen und in Forschungsinstituten.
Allgemeine Aussagen
Die Mitglieder der BAG stützen ihr Verständnis von Pflegeforschung und Qualitätsmanagement in der Pflege auf folgende Aussagen und Definitionen:
“Forschung …ist die systematische Untersuchung der möglichen Beziehungen zwischen bestimmten Phänomenen” (LoBiondo-Wood/Haber, 1996, S.8).
“Pflegeforschung bedeutet die systematische Untersuchung zur Entwicklung von Wissen über Themen, die für Pflegende von Bedeutung sind, wie Pflegepraxis, Pflegeausbildung und Pflegemanagement. Klinische Pflegeforschung dient als Richtschnur für die Pflegepraxis und zur Verbesserung der Pflege und der Lebensqualität von pflegebedürftigen Menschen” (Polit/Beck/Hungler, 2004, S.38).
“Forschungsanwendung bedeutet, die reale, systematische Implementation einer wissenschaftlich fundierten und an der Forschung orientierten Innovation im Rahmen der Gesundheitsfürsorge; diese Implementation schließt den Prozess der Beurteilung des Ergebnisses einer solchen Innovation mit ein. Durch Bemühungen, Forschung praktisch anzuwenden, werden wissenschaftliche Ergebnisse in die klinische Praxis umgesetzt…” (LoBiondo-Wood/Haber, 1996, S.7).
Unter Qualitätsmanagement werden “aufeinander abgestimmte Tätigkeiten zum Leiten und Lenken einer Organisation bezüglich der Qualität” (Weigert, 2004, S.269) verstanden (z.B. nach den Mindestanforderungen des § 113a SGB XI oder nach den Normanforderungen der DIN EN ISO 9001:2008).
Ein Qualitätsmanagement zeichnet sich somit unter anderem dadurch aus, wissenschaftliche Ergebnisse in die klinische Praxis umzusetzen. Auf diesem Weg wird die Pflegequalität an den neuesten Erkenntnissen ausgerichtet, womit ebenso die Lebensqualität der pflegebedürftigen Personen steigt.
Eine Pflegefachkraft als Forschungsanwender/in “muss über das grundlegende Wissen zu dem relevanten Thema ebenso verfügen wie über die Fähigkeit, Informationen kritisch zu unterscheiden und logisch auszuwerten sowie die gewonnenen Erkenntnisse anzuwenden. Um Forschungsergebnisse in der Praxis richtig beurteilen und anwenden zu können, ist es nicht nötig, selbst Studien durchzuführen. Um Resultate intelligent zu nutzen, muss die Pflegefachkraft vielmehr den Forschungsprozess verstehen und das nötige kritische Urteilsvermögen entwickeln, das sie in die Lage versetzt, die Stichhaltigkeit der Ergebnisse einzuschätzen, bevor sie diese in der Praxis anwendet” (LoBiondo-Wood/Haber, 2005, S.11-12).
Qualitätsmanagement (QM) macht Strukturen und Prozesse einer Organisation transparent und bewertbar. Die Philosophie des TQM (Total Quality Management) fördert die Aufmerksamkeit zum Erkennen von Verbesserungspotential. Diese Sensibilität kann zum Verständnis und zur Akzeptanz von Forschung in der Pflege beitragen.
Vorstellung der Mitglieder der BAG Pflegeforschung/Qualitätsmanagement

Von links nach rechts: Claudia Imbery, Charlotte Berendonk, Birge von Borstel, Prof. Dr. Annegret Hobach (Sprecherin), Margit Fink-Heitz, Bernd Meyer, Dr. Marliese Biederbeck (Koordinatorin) nicht im Bild: Dr. Eva Knipfer und Markus Schaub
Ziele der BAG
Die BAG hat einen straffen Zweijahresplan aufgestellt, dessen Inhalte unter der Leitfrage “Wie kann Pflegeforschung in Einrichtungen des Gesundheitswesens institutionalisiert werden?” – exemplarisch an Akutkliniken aufgezeigt – strukturiert wurden.
Neben einer Positionsbestimmung zur berufspolitischen und rahmenrechtlichen Einordnung sowie Rolle und Finanzierung von institutionalisierter Pflegeforschung ist es ein Anliegen, auch pragmatische Ergebnisse zu entwickeln. So ist eine Handreichung über gelungene Transfers von Pflegeforschung in den Pflegealltag geplant, in denen Beispiele der Implementierung von Pflegeforschung aufgezeigt werden. Eine andere wird Vorschläge für ein effizientes Wissensmangement unterbreiten.
Von der BAG entwickelte Handreichungen:
- Zwei Beispiele einer gelungenen Institutionalisierung von Pflegeforschung - Ergebnisse einer Umfrage; pdf 271 KB
- Expertenempfehlung zur Entwicklung von Informationskompetenz im Bereich Pflegeforschung; pdf 374 KB
Informationen
Literatur, empfohlen von der BAG:
- Imhof, Lorenz; Abderhalden, Christoph; Cignacco, Eva; Eicher, Manuela; Mahrer-Imhof, romy; Schubert, Maria; Shaha, Maya (2008): Swiss Agenda for Nursing (SRAN): Die Entwicklung einer Agenda für die klinische Pflegeforschung in der Schweiz. In: Pflege, 21, S.375-384. Bern: Hans Huber, Hogrefe AG
- International Council of Nurses (2007): ICN Position: Pflegeforschung. Genf
Von der BAG empfohlene Veranstaltungen:
siehe Veranstaltungen des DBfK-Bundesverbands
Kontakt zur BAG Pflegeforschung, Qualitätsmanagement
Anfragen werden weitergeleitet an die Bundesarbeitsgemeinschaft:
DBfK-Bundesverband e.V.
BAG Pflegeforschung, Qualitätsmanagement
Salzufer 6
10587 Berlin
Email: dbfk@dbfk.de