Die Lausitz steht – wie andere ehemalige Bergbauregionen Deutschlands – vor tiefgreifenden strukturellen, wirtschaftlichen und demografischen Veränderungen. Mit dem Projekt „Neuausrichtung der regionalen Gesundheitsversorgung durch Community Health Nursing in der Lausitz“ (ReGuLa) entsteht ein Ansatz, der die Gesundheitsversorgung im strukturschwachen Raum nachhaltig stärken soll.
Das Verbundprojekt ist Teil des Netzwerks Gesunde Lausitz (com(m)2020), einem WIR2!-Bündnis für kommunale Innovationen in der regionalen Gesundheitsversorgung. Es läuft von Juli 2025 bis März 2028 und wird als Verbundvorhaben von der Medizinischen Universität Lausitz und der Evangelischen Hochschule Dresden umgesetzt.

Vor Ort in Spremberg übernimmt derzeit Rebekka
Kauthe als Community Health Nurse (CHN) eine zentrale Rolle in der Betreuung
der Menschen in der Region. Sarah Fabisch verantwortet das Projekt als
Community Health Nurse sowie Projektleitung und steuert die konzeptionelle und
organisatorische Umsetzung.
Versorgung im Alltag
Der Spremberger Ortsteil Schwarze Pumpe zählt rund 1.800 Einwohner:innen, verfügt jedoch über keine eigene medizinische Versorgungsstruktur mehr. Vor Ort existiert lediglich eine Physiotherapiepraxis; ambulante Pflegedienste kommen aus umliegenden Ortsteilen. Eine Apotheke gibt es ebenfalls nicht.
Die nächstgelegenen Arztpraxen im
Stadtgebiet von Spremberg sind stark ausgelastet, zusätzliche Behandlungskapazitäten
stehen kaum zur Verfügung. Für viele Bewohner:innen bedeutet das: erschwerter
Zugang zu grundlegender medizinischer Versorgung. Besonders betroffen sind Menschen
mit chronischen Erkrankungen, die medizinische Betreuung oder neue Rezepte
benötigen.
Community Health Nursing als neuer Ansatz
Rebekka Kauthe und Sarah Fabisch setzen mit ReGuLa folgende Ziele um:
Vom Bedarf zur konkreten Lösung
Am Beginn steht eine umfassende Analyse der lokalen Versorgungssituation. Die Community Health Nurses erheben Bedarfe, führen Gespräche mit Bürger:innen und tauschen sich mit lokalen Akteur:innen aus. Auf dieser Grundlage werden passgenaue Angebote entwickelt.
Bereits in der aktuellen Aufbauphase wurden erste Maßnahmen umgesetzt:
Ein Modell für die Zukunft
ReGuLa ist mehr als ein einzelnes Projekt. Es ist ein Modell für die Gesundheitsversorgung in strukturschwachen Regionen. Durch die Verbindung von pflegerischer Expertise, Prävention, sozialer Unterstützung und regionaler Vernetzung entsteht ein Ansatz, der Versorgungslücken schließt und Menschen dort erreicht, wo sie leben. Die Pflege übernimmt dabei eine Schlüsselrolle – als verbindendes Element zwischen medizinischer Versorgung, sozialer Unterstützung und Alltagsbegleitung. Für Schwarze Pumpe bedeutet das: mehr Gesundheit, mehr Teilhabe und mehr Sicherheit im Alltag.
Mehr Informationen zum Projekt
Eine weitere CHN-Stelle ist im Projekt aktuell noch zu besetzen: Stellenausschreibung.

Veranstaltungshinweis: Internationale Fachtagung Community Health Nursing
Am am 7. Juli 2026 findet von 10-17.30 Uhr die Internationale Fachtagung Community Health Nursing in Berlin statt. Auch eine Online-Teilnahme ist möglich.
Wir wollen uns interntional erfolgreiche Modelle der Primärversorgung – insbesondere mit Konzepten des Community Health Nursing – anschauen. Nationale und internationale Expert:innen geben Erfahrungen und Erkenntnisse aus ihren Ländern weiter und loten die Perspektiven für Deutschland aus.